Produktinformation und mehr

Wir haben viel Zeit für die Entwicklung unserer Saiten verwendet. Es ist ein ganz neues, oder vielmehr historisches Produkt entstanden. Hier informieren wir sie über die Besonderheiten der Herstellung, damit sie die historische Schafdarmsaite genussvoll wiederentdecken können.

Rohmaterial und Herstellung

  • Wir verarbeiten ausschliesslich frischen, handgeputzten Darm von Lämmern, die in Europa gewachsen sind.
  • Wir garantieren 100% Handarbeit in jedem Herstellungsschritt.
  • In unserer Werkstatt verwenden wir ausschliesslich Werkzeuge und Hilfsmittel die bereits im 18. und 19. Jahrhundert in der Saitenherstellung gebräuchlich waren. Nur die Kühlung und der Transport des rohen Darmes sind glücklicherweise nicht von Gestern.
  • Wir drehen unsere Saiten aus geprüften und sorgfältig ausgewählten Kombinationen von Ganzdärmen bzw. Darmbändchen.
  • Unsere Herstellungsmethode entspricht dem aktuellsten Wissensstand über die Saitenproduktion im 18. und 19. Jahrhundert und ist aus dem Forschungsprojekt „From Field to Fiddle“ der Hochschule der Künste Bern hervorgegangen.
  • Um eine optimale Balance zwischen Tonhöhe, Klang und Rissfestigkeit zu erreichen, bauen wir unsere Saiten auf das jeweilige Instrument angepasst. Eine Saite mit dem Durchmesser 1,2 mm für die Cello A-Saite ist z.B. ganz anders gebaut als eine Saite mit dem Durchmesser 1,2 mm für die Violine D-Saite.
  • Unsere Saiten sind nur oberflächlich geglättet und im Durchmesser belassen, und nicht maschinell auf einen beliebigen Durchmesser geschliffen. So bleibt die Struktur der Darmbändchen erhalten, die Lebensdauer der Saite verlängert sich und sie franst weniger aus. Durch die fast unveränderte Oberflächenstruktur entsteht ein spürbar griffigeres Spielgefühl. Sie begünstigt eine direktere Ansprache des Bogens, und führt zu einem unmittelbareren Klang- und Spielerlebnis.
  • Wir haben uns bewusst entschieden auf künstliche Vernetzung mit Lack oder Klebstoffen zu verzichten. Unsere Saiten sind ausschliesslich mit Olivenöl behandelt.

Tips zur Wahl der passenden Saitenstärke

  • Schafdarm ist wesentlich flexibler als Rinderdarm. Daher empfehlen wir die Saitenstärken bei unseren unbehandelten Schafdarmsaiten dicker zu wählen, als bei vergleichbaren Rinderdarmsaiten oder behandelten Produkten.
  • Das beste Klangergebnis und die beste Ansprache entsteht, wenn Sie die Saitenstärken so kombinieren, dass die Zugkraft jeder einzelnen Saite gleich stark ist (Equal Tension). In den tiefen Registern des Instrumentes können Sie jedoch auch verhältnismässig dünnere Saiten wählen.
  • Wechsel zwischen 415 und 440 Hz sind für unsere Saiten problemlos möglich. Allerdings empfehlen wir, wenn Sie bei 415 Hz schon mit extrem dicken Saiten spielen, nicht hochzustimmen um ihr Instrument nicht zu belasten. Falls Sie regelmässig 440 Hz, oder höher spielen, verwenden Sie aus diesem Grund bitte dünnere Saiten.
  • VORSICHT! Dünn gebaute und alte, oft reparierte Instrumente, erfordern meistens eine Anpassung der Saitenstärke, um das Instrument nicht zu gefährden! Wir empfehlen solche Instrumente dünner zu bespannen!
  • Luftfeuchtigkeits- und Temperaturschwankungen verändern den Durchmesser der Saite.
  • Natürlich entscheidet letztlich Ihre Spielart und Ihr Geschmack über die Durchmesserwahl!

Pflege der Saite und Anpassungen am Instrument

  • Eventuell müssen Sattel- und Stegkerben, sowie die Wirbel- und Saitenhalterlöcher aufgrund des dickeren Saitendurchmessers angepasst werden.
  • Scharfkantige Sattel- und Stegkerben, ebensolche Wirbel- und Saitenhalterlöcher führen oft zum vorzeitigen Saitenriss!
  • Wenn eine Saite nicht quintenrein sein sollte, drehen sie die Saite um (Wirbelende zum Saitenhalterende). Das behebt oft das Problem. Schlechte Quintenreinheit kann durch schwankende Durchmesser entlang der Saite entstehen.
  • Überschüssiges Kolofonium mit einem trockenem Tuch abreiben. Bei grosser Verschmutzung der Saite kann man diese sorgfältig mit Alkohol reinigen. Schützen Sie unbedingt den Lack Ihres Instrumentes!
  • Zum Schutz vor Feuchtigkeit und Handschweiss kann die Saite mit Mandel- oder Olivenöl nachgeölt werden.

Gewährleistung

  • Unsere Saite ist ein Naturprodukt. Sollten Sie eine Saite erhalten die „stottert“ oder „wolfelt“ schicken Sie diese zurück. Sie erhalten Ersatz!
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